Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften

Die Anglistik/Amerikanistik trauert um Prof. Dr. em. Heinz Kosok.

03.04.2025|09:09 Uhr

Die Anglistik/Amerikanistik trauert um Prof. Dr. em. Heinz Kosok.

Mit Professor Kosok (1934-2025) verliert die Bergische Universität eine herausragende Persönlichkeit, die sie über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat. Bereits 1972, im Gründungsjahr der Gesamthochschule Wuppertal, wurde er als Professor für Anglistik berufen und war bis 1983 Mitglied des Gründungssenats. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 gestaltete er das akademische Leben der Bergischen Universität aktiv mit – unter anderem als Dekan des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaft (1973-1974). Auch über die Universitätsgrenzen hinaus engagierte er sich für sein Fach, etwa als Vorsitzender des Deutschen Anglistenverbandes (1989-1992).

Professor Kosok verlieh der jungen Wuppertaler Anglistik eine unverwechselbare Identität, indem er die Irlandistik als festen Bestandteil von Forschung und Lehre etablierte. Ein besonderer Meilenstein war die erste und bisher einzige Konferenz der International Association for the Study of Irish Literatures (IASIL) in Deutschland, die er 1981 an der Bergischen Universität ausrichtete. Von 1982 bis 1985 stand er der IASIL als Präsident vor. Seine zahlreichen wegweisenden Publikationen, darunter Aufsätze und Herausgeberbände zum irischen Drama, Monographien zu Herman Melville, zum Werk Sean O’Caseys sowie seine Geschichte der anglo-irischen Literatur (1990), trugen maßgeblich zur internationalen Sichtbarkeit der Wuppertaler Anglistik bei.

Neben seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit widmete sich Professor Kosok intensiv der Förderung des akademischen Nachwuchses. Sein Einfluss auf die deutsche Anglistik zeigt sich nicht zuletzt auch in der von ihm mitbegründeten ‚Schriftenreihe Literaturwissenschaft‘ (Wissenschaftlicher Verlag Trier), deren 50-jähriges Jubiläum und 100. Band im Oktober 2023 mit einer Ausstellung in der Bibliothek der Bergischen Universität feierlich begangen wurde.

Ein bedeutendes Vermächtnis seiner Arbeit ist das Walter-Macken-Archiv. Dank der Bemühungen um den Nachlass des international bekannten irischen Autors befindet sich dieser seit 1977 im Besitz der Universitätsbibliothek. Die Sammlung umfasst zahlreiche Typoskripte veröffentlichter und unveröffentlichter Werke sowie eine Vielzahl weiterer Quellen zum Schaffen Walter Mackens. Bis heute zieht das Walter-Macken-Archiv Forschende aus aller Welt an und belegt damit eindrucksvoll die bleibenden Verdienste Heinz Kosoks um die Wuppertaler Anglistik.

Die Anglistik/Amerikanistik und die Wuppertaler Irish Studies werden Professor Kosok ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Katharina Rennhak